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Tag 8, 23.09.2009

Was ich heute gemacht habe:

Abenteuer Busfahrt. Busfahren ist hier in Indien wirklich ein Abenteuer. Schon ueberhaupt die Bushaltestelle finden, ist spannend. Die erkennt man hier naemlich manchmal so gut wie gar nicht. Manchmal haben sie hier nur ein ganz kleines Schild da haengen, wo eine Bushaltestelle ist (was das fuer eine Haltestelle ist, steht da ueberhaupt nicht) oder man hat das Glueck und es ist noch nichtmal das da und man erkennt es nur an die Menschentraube. Wir haben zum Glueck so nen kleines Schild. Also auf zur Bushaltestelle. Den ersten Bus habe ich dann prompt verpasst, weil ich nicht gerafft habe, dass man, waehrend der Bus noch halb faehrt, regelrecht in den Bus springen muss, wenn man der einzige ist, der einsteigen will. Beim naechsten Bus war ich zum Glueck nicht die einzigste und konnte deshalb in relativer Ruhe einsteigen. Der Bus war nicht so voll wie andere, aber so voll, dass man keinen Platz mehr hatte und mit andere im Stehen kuscheln durfte. Nach dem Kaufen von einen Busticket und der kurzen Beruhigung im Bus zu sein, kam dann gleich die naechste Aufregung- wie krieg ich mit, wann ich aussteigen muss? Also fragen und angestrengt raus schauen. Irgendwann hat der Bus dann angehalten und jemand Defence Colony zu mir gesagt- mein Zeichen. Also schnell raus. Umschauen, nochmal umschauen- wo bin ich hier? Ein Mann laeuft an mir vorbei, sagt Defence Colony und zeigt in eine Richtung. Puh. Was sowas angeht, sind Inder wirklich sehr hilfsbereit und hoeflich. Nach ein bisschen suchen habe ich dann schliesslich das Buero gefunden. An meinen ersten Arbeitstag in Indien nehmen Christian und ich an einen Meeting von unserer Organisation Sakshi mit den „facilitatorn“ (wörtlich Erleichterung, sowas wie Lehrer) teil. Es sind größtenteils nur Frauen da, die alle recht sympathisch wirken. Unterhalten kann man sich nicht groß, weil sie kein Englisch und wir kein Hindi verstehen. Deshalb ist die ganze 4-stündige-Sitzung auch auf Hindi. Am Anfang ist es noch ganz lustig zuzuhören, nach einiger Zeit wird es aber doch ein bisschen langweilig. Später kriegen wir von Zuber Khan (unser Chef) erklärt, dass bei der Sitzung über das neueste Projekt von Sakshi („library project“) und dessen Verbesserung ging. Das Projekt soll die Lesefertigkeit der Kinder steigern und ihnen Verantwortung bei der Verwaltung der Bücherei übergeben. Die „facilitators“ sollen den Kindern vermitteln, dass Lesen nicht etwas Zwanghaftes und Langweiliges ist, sondern Spaß machen kann. Dafür wurden beim Meeting neue Methoden diskutiert, wie zum Beispiel die Einrichtung einer „children corner“, wo alles hinkommt, was die Kinder schreiben oder malen, um ihr Interesse zu steigern. Gegen Ende der Sitzung quält mich Müdigkeit, die Hitze und starke Kopfschmerzen. Deshalb bin ich ganz froh, bald darauf nach Hause und mich ausruhen zu können. Obwohl Henrike und ich beide nicht allzu fit sind, haben wir uns abends noch mal losgemacht und den Club bei uns in der Nähe besucht. War diesmal aber enttäuschend, weil wir mit 3 älteren Leuten die einzigen Besucher. Dafür haben wir einen Cocktail umsonst bekommen (mit Eiswürfeln- ja, nicht die klügste Entscheidung in Indien, aber bei der Hitze hat das einfach gut getan) und wir hatten die ganze Tanzfläche für uns alleine. Damit wir nicht von zu Hause ausgeschlossen werden (um 10 müssen wir spätestens daheim sein), geht’s schnell wieder nach Hause und ab ins Bett. Mein Kopf fühlt sich jetzt so an, ob wenn er gleich platzen würde. Das hab ich wahrscheinlich der Sonne zu verdanken. Na dann Gute Nacht, Indien.

1.10.09 13:56

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